home,page,page-id-3464,page-template,page-template-full_width-php,ajax_fade,page_not_loaded,,,wpb-js-composer js-comp-ver-3.6.12,vc_responsive

Pflanzenschutz für Erdbeeren mit TWIN

11 August 2006

Erdbeeren müssen gegen Krankheiten und Schädlinge, mit einem maximalen Maß an Sorgfalt und Effizienz, geschützt werden. Die Anforderungen sind dabei höher, als bei den meisten anderen Kulturpflanzen. In der Vergangenheit wurden meistens hohe Wassermengenund/oder spezielle Ausrüstungen verwendet, um unter die Blätter spritzen zu können und somit mehr Schutz, dort wo es am nötigsten ist, zu bekommen, in der Mitte der Pflanze. Diese traditionellen Ansätze bereiten Schwierigkeiten - hohe Wassermengen bringen zwar eine gute Durchdringung, sorgen aber nicht immer für eine gute Anlagerung auf zarten Strukturen, wie Blütenblätter und es geht auch viel Mittel auf dem Boden verloren. Auch mechanische Ausrüstungen, um die Blätter zu drehen, sind nicht akzeptabel. Sie verlangsamen dieFahrgeschwindigkeit beim Behandeln, kosten somit viel Zeit und können Pflanzen beschädigen.

Es überrascht nicht, dass der Einsatz von TWIN Geräten in Erdbeeren, erheblich zugenommen hat. 

Aus diesem Grund möchten wir einige Einsatzempfehlungen geben. HARDI hat die wichtigsten Grundeinstellungen geprüft, um bessere Einstellungsempfehlungen für die Anwendung mit TWIN, in teureren Sonderkulturen, geben zu können. Ziel ist es, eine optimale Anlagerung und Durchdringung in dichten Kulturen zu erreichen, dort wo andere Applikationsmethoden versagen.

 

Jeder Tropfen zählt
Zwei unterschiedliche Wasseraufwand-
mengen wurden eingesetzt: 150 l/ha und 300 l/ha. Die niedrigere Menge ist so gewählt, dass sie für TWIN Nutzer als sicher gilt - ohne Bedenken vor Abdrift oder Anlagerungsschwächen haben zu müssen. Die höhere stellt die untere Grenze für konventionelle Applikation dar. Die Einstellungen des TWIN Gerätes wurden variiert, um sowohl diese Wassermengen in Kombination mit drei unterschiedlichen Luftmengen, sowie mit drei verschiedenen Winkelungen der Düsen/Lufteinheit zu testen. Die Anlagerungen auf Blättern und Stängeln,wurden auf einer Skala von 1 (ohne Anlagerung) bis 5 (mit optimaler Anlagerung) mit Hilfe einer speziellen UV-Tracer Methode benotet.

Ergebnis
Der Einsatz geringer Wassermengen und kleiner Tropfen, ist Erdbeeranbauer genauso fremd, wie den Ackerbauern. Für traditionellesBehandeln mit normalen Flachstrahldüsen gilt - bei 150 l / ha - dass fast die gesamte Mittelmenge auf den oberen Blattoberflächen angelagert wird. Es gibt, auch mit feineren Tropfen, keine höhere Anlagerungen auf den Blattunterseiten. Alle TWIN-Einstellungen erreichten eine bessere Anlagerung auf der Blattunterseite. Optimale obere Blattanlagerungen, wurden mit  Winkel nach vorne bei allen Luftgeschwindigekietn erreicht. Während die vertikal gerichtete Luft, das Beste für die Anlagerung an unteren Blätter, in der Pflanze ist.


Tabelle 1:
TWIN Luftunterstützung erhöht die Anlagerung in Erdberren bei 150 l/ha, aber die Höhe der Anlagerung ist abhängig von der Lufteinstellung. Geschwindigkeit 5 km/h. ISO Düse ISO-F 110 - 02 bei 2 bar.

Winkel (°) Position Luftmenge Oberes Blatt Oberseite Oberes Blatt Unterseite Unteres Blatt
konventionell 5 1 2
30 nach hinten
niedrig 4 4 3
30 nach hinten mittel 4 5 3
30 nach hinten maximal 4 4 4
0 vertikal niedrig 4 2 2
0 vertikal mittel 4 3 4
0 vertikal maximal 4 3 5
30 nach vorne niedrig 4 5 2
30 nach vorne mittel 4 5 3
30 nach vorne maximal 4 5 3

 

TWIN Zusammenfassung

  • Anlagerung auf der Oberseite der oberen Blätter, ist bei allen Lufteinstellungen gleich.

  • Anlagerung auf der Unterseite der oberen Blätter, wird durch die Winkelverstellung verbessert.

  • Anlagerung auf den unteren Blättern, wird durch maximale Luftmenge erhöht – besonders bei vertikaler Lufteinstellung.

Höhere Wasseraufwandmengen konventionell ausgebracht - erhöhen die Bestandsdurchdringung. Es bleiben aber die höheren Kosten für Wassertransport, die Zeitverluste und die eventuell geringere Wirkung durch zu späte Applikation. TWIN Luftunterstützung ermöglicht eine sichere Ausbringung mit nur 150 l/ha; die kritischen Zonen auf den unteren Blättern und am Stängel werden besser geschützt, als bei konventioneller Applikation mit doppelter Wassermenge.



Tabelle 2:
TWIN Luftunterstützung braucht nicht die hohen Wassermengen konventioneller Technik, um eine akzeptable Bestandsdurchdringung zu erreichen. Bei 150 l/ha wurde 5 km/h gefahren und mit 300 l/ha - 2,5 km/h. ISO Düse ISO-F 110-02 mit 2 bar. TWIN wurde mit maximaler Luftmenge (1500 m³/h/m) eingesetzt.

Winkel (°) Position Wasser-aufwandmenge (l/ha) Oberes Blatt
Unteres Blatt Stängel
konventionell 300 5 4 2
30 vertikal 150 4 5 4
30 vertikal 300 4
3
0 nach hinten
150 4 4 2
0 nach hinten 300 4
3
0 nach hinten 150 4
4
30 nach hinten 300 4
5

 

TWIN Zusammenfassung
TWIN Luftunterstützung ermöglicht eine Reduzierung der Wassermenge auf 150 l/ha. Die  Mittelanlagerung ist identisch oder sogar besser, als konventionell mit 300 l/ha. Luftunterstützung sorgt für eine bessere Anlagerung am Stängel, bei einer Winkeleinstellung von 15° nach hinten.



Ergebnis
Die Effizienz von Erdbeerbehandlungen kann mit TWIN Luftunterstützung verbessert werden. Große Erfolge in der Anlagerung, werden besonders bei den unteren Wassermengen erreicht und genau dieses Ziel wird von den Anwendern vermehrt gefordert. Optimierte Nutzung der Luftunterstützung folgt einfachen Regeln. Die Unterseiten der oberen Blätter profitieren von der Winkelung, die Richtung ist dabei nicht so wichtig. Blätter werden durch die Luftunterstützung gedreht, dadurch werden eine bessere Durchdringung und eine höhere Anlagerung in unteren Blattetagen erreicht. Wenn der Krankheits- oder Schädlingsbefall tiefer im Bestand ist, sollte mit vertikaler Lufteinstellung gefahren werden.

 

Agronomin Dorthe Kappel

 
  • RELATEDINFO