home,page,page-id-3464,page-template,page-template-full_width-php,ajax_fade,page_not_loaded,,,wpb-js-composer js-comp-ver-3.6.12,vc_responsive

Applikationstechnik

Als sichere und zuverlässige Informationsquelle, wie Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden sollten, dient die Packungsbeilage der Chemikalien.  

Dann muss Ihre Pflanzenschutzspritze nur noch an die spezifischen Anwendungsbedingungen, wie Fahrgeschwindigkeit, Aufwandmenge, Düsen und Arbeitsdruck angepaßt werden.  

Kalibrierung von Feldspritzen

Messen der Fahrgeschwindigkeit

1) Die Spritze zur Hälfte mit Wasser füllen.

2) 100 m abmessen und die Fahrzeit für diese Strecke ermitteln.
nozzles-calibration.gif


3) Formel für Fahrgeschwindigkeit

Entfernung (m) x 3.6 = km/h
Zeit (Sekunden)

nozzles-calibration-driving.gif 

Beispiel: Es werden 50 Sekunden benötigt um 100 m zu fahren, daraus ergibt sich eine Fahrgeschwindigkeit von 7,2 km/h.



 Aufwandmenge, Düsen und Druck auswählen

1) Bei der Auswahl der richtigen Düsen hilft unser Düsenauswahlberater.

oder

2) Mit der HARDI Kalibrierscheibe (Best.-Nr. 285802) einfach durchgeführt. 

Beispiel: Die Scheibe auf 150 l/ha und 7 km/h drehen und dann im Fenster (l/ha) den benötigten Düsenausstoß ablesen 0,875 l/min.

Eine sinnvolle Kombination von Düsengröße und Druck kann dann im unteren Bereich abgelesen werden: ISO 025 bei 2,3 bar (oder ISO 02 bei 3,6 bar).

Beim Einsatz der Formel: (7 km/h x 150 l/ha)/1200 = 0,875 l/min 

- Düsen und Druck für 0,875 l/min können auch nachgelesen werden im HARDI Düsenkatalog

 nozzles-calibration-disc.gif


 
Flüssigkeitssystem überprüfen
:

  • Die gewählten Düsen einstellen.
  • Die Spritze anstellen und mit mindestens 7 bar spritzen, während das Flüssigkeitssystem auf Undichtigkeiten geprüft wird.
  • Rührwerk prüfen.  

 



Düsenausstoß überprüfen

  • Druck einstellen.
  • Die Gleichdruckeinrichtung justieren (Bedienungsanleitung Armatur).
  • Düsenausstoß in einer Minute messen.
  • Den Vorgang mit mindestens 2 Düsen pro Teilbreite durchführen.
  • Durchschnittlichen Düsensaustoß errechnen.
 

Umweltschutz beim Pflanzenschutz


Seit vielen Jahre gilt eine Arbeitsgeschwindigkeit von 7 bis 8 km/h (4 bis 6 km/h in dichten Kulturen, wenn eine gute Durchdringung benötigt wird) als gute fachliche Praxis. Mit Injektordüsen kann schneller gefahren werden, da die Abdrift reduziert wird.

Geringere Arbeitsgeschwindigkeiten bedeuten immer weniger Gestängebewegungen, weniger Turbulenzen um das Gestänge und somit weniger Abdrift und eine bessere Mittelausbringung.

Einige wichtige Dinge sollten überlegt werden, bevor ein höherer Gang gewählt wird:

 

Nebeneffekte aufgrund höherer Geschwindigkeit: Welche Konsequenzen sind aus den Nebeneffekte zu ziehen:
1) Mehr Turbulenzen / mehr Abdrift Größere Tropfen / TWIN Luftunterstützung
2) Mehr Gestängebewegung Gestängeeinstellung öfters kontrollieren und Pendel an höhere Geschwindigkeit anpassen
 

Spritzdruck


Spritzdruck beeinflußt die Effektivität der Anwendung auf drei Arten:

  • Druck beeinflußt den Ausbringungswinkel: Je höher der Druck, desto breiter ist der Winkel. Wenn der Druck zu gering ist (unter 1,5 bar bei Flachstrahl und unter 3 bar bei INJET), ist der Spritzwinkel zu klein und die Überlappung ist nicht gewährleistet und somit wird die Verteilung schlechter.
  • Je höher der Druck, desto kleiner sind die Tropfen und um so mehr nimmt die Bedeckung im oberen Bereich des Bestandes zu. Die kleineren Tropfen sind auch anfälliger bei Wind.
  • Je höher der Druck, desto mehr Umgebungsluft wird bewegt. Dadurch können größere Tropfen tiefer in den Bestand eindringen. Es entstehen Luftturbulenzen, welche die Anlagerung von kleinen Tropfen auf den Blattunterseiten ansteigen lassen, besonders wenn konventionelle Düsen mit geringem Ausstoss eingesetzt werden.


Empfohlener Druck mit Standard Flachstrahldüsen, LowDrift Düsen, MINIDRIFT Düsen

  • Bei Standard Flachstrahldüsen, LowDrift Düsen und MINIDRIFT Düsen sind für die meisten Applikationen, Drücke von 2 bis 3 bar zu empfehlen.
  • MINIDRIFT kann auch höher eingesetzt werden, 4 bis 5 bar.
  • Nur für sehr weit entwickelte, dichte Kulturen, bei denen es auf eine gute Durchdringung ankommt – wie bei Herbizidspritzungen im späten Stadium – kann der Druck auf 5 bar erhöht werden, bei Düsen 03, 04 oder größer.


Empfohlener Druck mit INJET Düsen

  • INJET Düsen benötigen einen minimalen Druck von 3 bar, um einen vollen Spritzwinkel zu haben. Der maximale Druck beträgt 8 bar.
 

Tropfengröße


Das Tropfenspektrum

Alle landwirtschaftlichen Düsen produzieren Tropfen verschiedener Größe. Dieses ist ein sehr nützlicher Faktor, da die zu behandelnden Kulturen meist 3-dimensional sind und Blattoberflächen in verschiedenen Winkeln aufweisen. In einem Pflanzenbestand bedeutet dies, dass feine Tropfen weiter oben angelagert werden und größere Tropfen weiter unten.

Tropfengrößen werden in Mikrometer gemessen (.  1   =  1/1.000.000 Meter) 

Um den mittleren Tropfendurchmesser, der von einer speziellen Düse produziert wird, zu beschreiben nutzt man den MVD.

MVD = Mittlerer Tropfendurchmesser
MVD ist der mittlere Tropfendurchmesser. Der Wert gibt an, dass 50% des Volumens aus Tropfen besteht, welche kleiner sind als dieser Wert und die andere Hälfte des Flüssigkeitsvolumens aus Tropfen besteht, die größer sind als der MVD. Die Anzahl der kleinen Tropfen ist natürlich höher als die der großen Tropfen.

Tropfen mit einer Größe, kleiner als 150 µm, sind als stark Abdrift gefährdet anzusehen. Dieses bedeutet, dass Düsen mit einem MVD kleiner als 150 µm ein extrem hohes Abdriftrisiko besitzen, wenn sie an konventionellen Geräten eingesetzt werden. Diese und andere abdriftrelevante Parameter werden in den nächsten Abschnitten näher betrachtet.

 

Optimierung der Applikationstechnik beim Einsatz


Optimierung der Spritztechnik beim Einsatz

Idealer ist es, einen Kompromiss bei der Tropfengröße einzugehen, als beim Zeitpunkt der Anwendung. Bei vielen Behandlungen ist der richtige Zeitpunkt sehr wichtig, angefangen bei Herbizidspritzungen im Keimblattstadium, bis hin zu Fungizidspritzungen im Kartoffelanbau. Eine Verzögerung führt oft dazu, dass höhere Mittelmengen oder zusätzliche Anwendungen notwendig werden.

Die möglicherweise geringere Effektivität der Behandlung aufgrund von größeren Tropfen – welche ein geringeres Abdriftrisiko besitzen – ist weniger dramatisch, solange eine gute Flüssigkeitsverteilung erreicht wird. Deshalb ist es sinnvoll einen Satz LowDrift, MiniDrift oder INJET Injektordüsen einsatzbereit am Gerät zu haben, um diese einzusetzen, wenn die Windgeschwindigkeit ansteigt. Es ist sicherlich schneller und günstiger im Feld die Düsenhalter zu drehen, anstatt mit halbgefülltem Behälter nach Hause zu fahren. Deshalb ist es sinnvoll, alle Düsen am Gerät kalibriert zu haben, um immer eine genaue Applikation durchführen zu können.