Seit der Vorstellung der New Commander (profi 6/05) hat Hardi die Anhängespritzen permanent weiterentwickelt. Warum hinter dem kleinen „i“ in der Typenbezeichnung noch mehr steckt als ein Wasch-Vollautomat, lesen Sie in unserem Fahrbericht.
E ine Grundlage für die Automatikfunktionen sind die elektrischen Mehrwege-Ventile. Diese können nicht nur vom Schlepper, sondern auch über ein kleines Panel an der Spritze bedient werden.
Los geht es mit dem „AutoWash“ das drei Spülprogramme bietet. Mit dem „BoomFlush“ wird bei einer Unterbrechung (z.B. wegen Regen) das Gestänge samt Pumpe und Armatur mit Klarwasser gespült, ohne die Brühe im Behälter zu verdünnen. Mit dem „FastFlush“ wird bei leerem Behälter zusätzlich eine kurze Behälter-Innenreinigung durchführt, wenn Sie zum Beispiel am nächsten Morgen mit dem gleichen Mittel weiterspritzen möchten. Das Voll-Waschprogramm „MultiRinse“ startet nur, wenn der Brühebehälter leer und der 500-l-Frischwassertank komplett gefüllt sind. Dann wird die Spritze in einem 20-minütigen Waschprogramm mit 39 (!) Schritten systematisch gereinigt, während der Fahrer langsam noch eine Runde fährt — genial.

Auch beim Befüllen gibt´s Automatikfunktionen: Beim „AutoFill“ misst der Tanksensor die Höhe der Wassersäule im Behälter (über den Druck) und schließt den Saughahn beim vorgewählten Füllstand. Ein zusätzlicher Schwimmersensor verhindert außerdem ein Überlaufen des Behälters. Die gewünschte Füllmenge ist leider nur im Terminal auf dem Schlepper einstellbar und wird auch nur dort angezeigt. Steht man an der Einspülschleuse, muss man sich an der mechanischen Tankanzeige orientieren. Der Füllstand im Fass bestimmt auch die Intensität des Rührwerkes „AutoAgitation“. Hier kann man zwischen „Powerful“ und „Soft“ wählen, und bei weniger als 200 l im Fass schaltet das Rührwerk ab — fein. Noch komfortabler wird die Geschichte mit dem „AutoHeight“: Die automatische Höhenführung des Gestänges bezieht Hardi von Norac aus Kanada. Die zwei Ultraschallsensoren der Ausleger steuern dabei die Zylinder der Anwinkelung, der Ganze mit Proportionalventilen angesteuert wird, waren wir beeindruckt von der ruhigen Gestängelage.

| Datenkompass |
|
| Fassinhalt Nenn./Max. |
4 400/4 600 l |
| Spül-/Klarwasserbehälter |
500/17 l |
| Pumpe Membranpumpe, |
276 l/min, a.W. 322 l/min |
| Gestängebreite |
36 m |
| Leergewicht |
4 760 kg |
| Länge/Höhe/Breite |
7,80/3,60/3,00 m |
| Spurweite |
1,50 bis 2,25 m |
| Bodenfreiheit |
0,80 m |
Was uns sonst noch aufgefallen ist:
■ Bei der automatischen Teilbreitenschaltung ist die Überlappung zwischen 1 und 100 % einstellbar.
■ Auch der Füllstand des Frischwasserbehälters wird digital angezeigt.
■ Der serienmäßige Injektor „FastFiller“ ermöglicht bis zu 800 l/min Füll-Leistung, auf Wunsch gibt es auch eine Druckentleerung
■ Der Vollrechner HC 6500 ist nicht ISOBus-tauglich, aber sehr intuitiv bedienbar und mit Joystick ausgestattet.
■ Die Anhängespritze Hardi Commander gibt es mit 3 200, 4 400 und 6 600 l Behältervolumen und verschiedenen Gestängevarianten von 18 bis 36 m.
Fazit: Sie kann sich nicht nur automatisch befüllen und reinigen, sie kann auch automatisch spritzen! Die neue Commander i von Hardi bietet bei entsprechender Ausstattung eine sehr komfortable Bedienung, eine beeindruckende automatische Höhenführung für das Gestänge sowie eine vollautomatische, satelliten-gesteuerte Teilbreitenschaltung. Um dem Ganzen das i-Tüpfelchen zu verleihen, sollten die Bedieneinheiten der Gestängeführung und automatischen Teilbreitenschaltung in den Hauptrechner integriert werden. Spätestens, wenn dann noch die echte Einzeldüsenschaltung für die punktuelle (GPS-gesteuerte) Pflanzenbehandlung kommt, muss sich mit der Einführung der nächsten Maschinengeneration der Fahrer Gedanken über neue Aufgaben machen.